Wie alles begann

von Ilona Bubeck //

Zwei Menschen, die vor 20 Jahren auszogen, die Verlagswelt zu ändern.

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Ilona und Jim 1995 in den noch nicht renovierten Verlagsräumen in der Akazienstraße. Foto (c) Querverlag

Sie hatten zwar kein Geld, dafür jede Menge gute Ideen, jahrelange Praxis im Buchhandel und Verlagsgeschäft, sich ergänzende professionelle Kenntnisse, ausreichend Erfahrung in den unterschiedlichsten politischen, lesbischen und schwulen Kollektiven und vor allem – und das ist das Wichtigste – viel Leidenschaft und Begeisterung für Literatur! Dank Ilonas Banklehre und Ahnung von Finanzplänen und dank Jims positivem Denken und Überzeugung, dass sie zu zweit einen Verlag stemmen können, bekamen sie ohne Eigenkapital einen so guten Bankkredit, dass sie noch im Herbst 1995 ihr erstes Programm planen konnten, das sie im Oktober 1995 stolz auf der Frankfurter Buchmesse präsentierten.

Beide waren seit vielen Jahren Teil der Berliner queeren Szene. Ilona seit den 70er Jahren engagiert in links-feministischen Gruppierungen, seit 1979 Mitglied im Nürnberger Frauenbuchladenkollektiv und in den 80er und 90er Jahren Teil des Orlanda Frauenverlages. Und Jim, der seine ersten politischen Wege im lesbisch-schwulen-feministischen Buchladen Giovanni’s Room in Philadelphia machte, die er dann in Berlin beim Verlag rosa Winkel, bei Bruno Gmünder und Magnus fortsetzte.

In dieser Zeit lernten sich Ilona und Jim kennen und tauschten sich regelmäßig aus über ihr Dasein in den Kollektiven und über ihre Vorstellungen von Verlagsarbeit. Es war auch die Zeit, in der Lesben, Schwule und Trans politisch und persönlich aufeinander zugingen, in USA ausgelöst durch ACT-UP im Kampf gegen die amerikanische Aids-Politik, in Europa durch die Erkenntnis, dass trotz aller Differenzen ein Bündnis notwendig war, das gegenüber einer heteronormativen Dominanz in der Gesellschaft stärkt. Was lag näher, als einen lesbisch-schwulen Verlag zu gründen. Und Ilona und Jim sagten sich: „Wer, wenn nicht wir!“

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 Ilona Bubeck ist Mitbegründerin des Querverlags. 

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Eine Antwort zu “Wie alles begann

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