Das ABC der Gefühle

von Dorit David mit einer Antwort von Jim Baker //

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Vor 20 Jahren war ich gerade eine frisch „zertifizierter Clownin“ geworden und stand ebenso wie der junge Querverlag frohlockend auf meinen freiberuflich-zitternden Beinen in der kreativen Wildbahn herum.
Etwa 15 Jahre später stießen wir dann zusammen. Der Verlag und ich. Ich provozierte diesen Zusammenprall mit einem ersten Manuskript bei Ilona. Es landete kurze Zeit später in meiner Schublade. Beim zweiten Versuch klappte es und mein Rohentwurf schmuggelte sich weiter zu Jim durch. So durfte ich dann also die fruchtbare Zusammenarbeit erfahren, die entsteht, wenn zwei Menschen komplett konträre Ansichten haben und trotzdem fröhlich und unermüdlich an einem Projekt arbeiten. Jims Fragen, waren Fragen, die ich mir und meinen Romanfiguren niemals gestellt hätte. Meine Antworten, waren Antworten, die Jim nicht verstand. Heraus kam trotz allem mein Debütroman, der eigentlich Risse im Eis hätte heißen sollen (darin waren wir uns beide einig!), es aber doch nicht konnte, weil der Titel dann leider schon vergeben war.

Als Jim mir auch während der Arbeit an meinem zweiten Roman (Tür an Tür) zum hundertsten Male die Frage stellte: „Ich versteh´ es nicht! WARUM TUT DIE FIGUR DAS? Erklär´s mir!“, schenkte ich ihm zu Weihnachten kurzerhand diese Nachschlagewerk: Das ABC der Gefühle. Jetzt haben wir unsere Arbeit diesbezüglich effektiviert …

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Liebe Dorit,

ich bin eher der Typ „Kopfmensch“, will heißen, Gefühle sind mir häufig suspekt, es sei denn, man kann sie mit logischen Argumenten untermauern. Das gilt – zumindest subjektiv bei mir – auch für das Handeln von Romanfiguren. Als Leser möchte ich verstehen, warum die Hauptfigur sagt, was sie sagt, tut, was sie tut, reagiert, wie sie reagiert. Vielleicht nicht immer episch ausgewalzt in inneren Monologen, aber im Lektoratsgespräch mit der Schöpferin der Figuren brauche ich in der Regel mehr als nur ein „Die ist halt so“ als Erklärung.
Auch wenn das noch begleitet wird von einem sehr sympathischen Lächeln und einem unschuldigen Schulterzucken.
Doch genau das ist ja das Schöne an der Zusammenarbeit mit kreativen Menschen. Man lernt, die Welt aus völlig anderen Perspektiven zu betrachten, man lässt sich auf Situationen ein, die einem ganz neu und ungewohnt sind, man schlüpft in fremde Gehirnwindungen – und seien sie auch noch so verworren – und entdeckt die Welt und deren Bewohner_innen neu.
Und danke noch einmal für das Buch. Wie Du Dir denken kannst: Als Kopfmensch liebe ich es, Sachen nachschlagen zu können!

Jim

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Dorit David lebt seit 1992 in Hannover. Sie arbeitet u.a. als Schauspielerin, Pädagogin und Illustratorin. 1993 begann sie spontan auf der Bühne Geschichten zu erfinden und ab dem Jahrtausendwechsel auch am Schreibtisch. 2007 ging sie mit ihrem ersten Buch Herr Feng Shui weint an die Öffentlichkeit und brachte drei weitere Bilderbücher heraus. Ihr erster Roman Gefühl ohne Namen erschien 2012, gefolgt im Jahr 2014 vonTür an Tür (beide im Querverlag).

Links
Autorinnenseite des Querverlags

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Jim Baker ist Mitbegründer und Geschäftsführer des Querverlags.

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